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Austausch einer alten Ölheizung

Mit dem Klimaschutzpaket 2019 wurde eine CO2-Steuer auf fossile Brennstoffe eingeführt. Der Betrieb von Ölheizungen wurde nicht generell verboten, wird aber durch die CO2-Steuer in vielen Fällen unwirtschaftlich. Lohnt es sich jetzt noch, die Ölheizung zu erneuern oder sollte man auf alternative Energien setzen?

Auswirkungen des Klimaschutzpakets 2019

Ab 2025 kostet eine Tonne CO2 55 Euro zuzüglich der Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Für Heizöl bedeutet dies eine Erhöhung des Preises um 18 Cent pro Liter. Ab 2026 ermittelt sich der Preis aus dem Handel von Zertifikaten. Es ist absehbar, dass damit in Zukunft die Preise weiter steigen. Entgegen erster Meldungen sind Ölheizungen in Zukunft nicht generell verboten. Nach 2026 dürfen Ölheizungen immer noch erneuert werden, wenn diese mit regenerativen Energien kombiniert werden. Eine einfache Möglichkeit ist die Ergänzung mit einem Solarkollektor für Warmwasser.

Für Heizkessel gibt es eine Austauschpflicht, sobald diese 30 Jahre alt sind und es sich nicht um einen Niedertemperatur- oder Brennwertkessel handelt. Betroffen sind in der Praxis davon nur Heizkessel mit einer konstanten Temperatur. Diese Museumsstücke haben einen Nutzungsgrad von ca. 70% und sollten tatsächlich möglichst schnell erneuert werden. Da aber bereits vor 30 Jahren Niedertemperaturkessel Stand der Technik waren, dürfte davon nur ein kleiner Teil der installierten Heizungen betroffen sein. In der Praxis wird man damit nicht zu einem Austausch gezwungen, solange es nicht wirtschaftlich ist.

Lohnt sich die Erneuerung einer Ölheizung?

Mittlerweile sind Brennwertkessel der Stand der Technik. Diese nutzen zusätzlich die Wärme, die bei der Kondensation der Abgase entsteht. Ein Öl-Brennwertkessel kann dadurch einen theoretischen Nutzungsgrad von 108% erreichen. In der Realität haben moderne Öl- Brennwertkessel einen Normnutzungsgrad von ca. 98%. Der Nutzungsgrad eines Niedertemperaturkessels aus den 90ern dürfte knapp unter 90% liegen. Damit kann man durch den Austausch eines alten Niedertemperaturkessels realistisch ca. 10% des Heizöls einsparen. Der Austausch eines noch älteren Kessels mit Konstanttemperatur spart ca. 30 Prozent Heizöl. Beim Einsatz der Brennwerttechnik ist zu beachten, dass die Rücklauftemperatur möglichst niedrig ist. Bei einer Rücklauftemperatur über 50°C findet mit Heizöl keine Brennwertnutzung mehr statt. Optimal hierfür sind Fußbodenheizungen.

Diese Kosten entstehen bei der Erneuerung einer Ölheizung:

  • Einbau eines neuen Öl-Brennwertkessels (Kosten ca. 5.000 – 6.000 Euro)
  • Ältere Schornsteine sind meist nicht für die Brennwertnutzung mit niedrigen Abgastemperaturen und das anfallende Kondensat geeignet und müssen saniert werden (Kosten ca. 1.000 – 2.000 Euro)
  • Einbau eines neuen Warmwasserspeichers, der dann auch für Solarthermie geeignet sein sollte (Kosten ca. 1.000 – 1.500 Euro)
  • Einbau einer Abwasserleitung für das Kondensat (hängt von örtlichen Gegebenheiten ab)
  • Unter Umständen zusätzliche Kosten wie eine Erneuerung der Öltanks oder Einbau einer Fußbodenheizung
  • Ab 2026 ist der Einsatz von regenerativer Energie vorgeschrieben wie z.B. durch den Einbau eines Solarkollektors für Warmwasser
Austausch einer alten Ölheizung - Heizkessel
Alter Kessel mit Konstanttemeperatur

Mit diesen Investitionen erhofft man sich eine Reduzierung der Heizkosten. Berechnungen im Internet gehen häufig von einer viel zu hohen Einsparung aus. Ein weiterer Irrtum ist es, einen hohen  Preisanstieg für Heizöl anzunehmen. In den letzten 15 Jahren gab es nur einen moderaten Anstieg des Heizölpreises. Die Preise für Gas waren sogar rückläufig.

Durchschnittspreise für Heizöl und Erdgas

Falls Sie aktuell im Jahr 2.500 Liter Heizöl für die Beheizung verbrauchen, spart der Ersatz eines Niedertemperaturkessels durch einen Öl-Brennwertkessel ca. 250 Liter Heizöl. Nach der Modernisierung benötigen Sie noch 2.250 Liter für die Heizung. Bei einem Preis von 70 Cent pro Liter sparen Sie mit den heutigen Energiepreisen 175 Euro im Jahr an Energiekosten bzw. unter Berücksichtigung der CO2-Steuer ab 2025 ca. 220 Euro pro Jahr. An Investitionen müssen Sie mit 7.000 – 9.000 Euro rechnen. Abzüglich einer Förderung von 15% durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bleiben Investitionskosten von  6.000 Euro – 7.600 Euro.

Mit einer Förderung von 15% der Investitionen lohnt sich ein Austausch eines Öl-Niedertemperaturkessels durch einen Öl-Brennwertkessel finanziell nicht.

Austausch eines Konstanttemperaturkessels duch einen Öl-Brennwertkessel

Da ein Kessel mit konstanter Temperatur einen deutlich schlechteren Nutzungsgrad hat, können Sie nach dem Beispiel den Ölverbrauch von 3.150 Litern auf die oben genannten 2.250 Liter reduzieren. Dies entspricht nach heutigen Energiepreisen 630 Euro bzw. mit CO2-Steuer ca. 800 Euro in 2025.  Unter Berücksichtigung einer Förderung von 15% haben Sie nach weniger als 10 Jahren die Investition durch die Einsparungen wieder drin.

Der Austausch eines Kessels mit konstanter Temperatur durch einen Öl-Brennwertkessel lohnt sich finanziell bereits heute.

Aktuell wird diskutiert, ob die öffentlichen Zuschüsse für die Modernisierung oder den Austausch einer alten Ölheizung deutlich erhöht werden sollen. Sie sollten daher mit einer Modernisierung der Heizungsanlage im Moment noch warten. Es ist zu erwarten, dass in absehbarer Zeit zusätzliche Fördermöglichkeiten angeboten werden. Nach dem Klimaschutzpaket 2019 werden gerade neue Förderungen aufgelegt und sind hier in der Übersicht zu finden: Übersicht der Förderprogramme durch das BAFAl .

Alternativen zu Heizöl

Langfristig ist die Ölheizung ein Auslaufmodell. Eine Erdgasheizung ist bereits heute im Betrieb günstiger und umweltfreundlicher. Falls ein Erdgasanschluss möglich ist, sollte ein Umstieg auf Erdgas durchgeführt werden statt Geld in die Erneuerung der Ölheizung zu investieren. Diese Alternativen gibt es aktuell zu einer Behizung mit Heizöl:

Diese Heizungen sollten mit einem Solarkollektor für  Brauchwarmwasser kombiniert werden. Dadurch können die Heizungen  von Mai bis September ausgeschalten werden.

Austausch einer alten Ölheizung - BHKW

Blockheizkraftwerke (BHKW) erzeugen zusätzlich zur Wärme noch Strom. Diese Technologie wird erfolgreich in der Industrie eingesetzt. In Ein- und Mehrfamilienhäusern sind BHKW’s nicht wirtschaftlich zu betreiben.  In Zukunft könnte die Brennstoffzelle in der Gebäudeheizung eine Rolle spielen. Diese erzeugt wie ein BHKW Strom und Wärme aus Erdgas, hat aber keinen Motor der wartungsanfällig ist. Als weiterer Vorteil könnten diese in Zukunft auch mit Wasserstoff betrieben werden. Aktuell sind Brennstoffzellen im Vergleich zu herkömmlichen Heizungen  aber noch viel zu teuer.