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Pelletheizung als Ersatz für eine Ölheizung

Eine Pelletheizung verbrennt Holzpellets und erzeugt damit Wärme für die Heizung. Es gibt Einzelöfen, die die Wärme direkt im Raum abstrahlen aber auch Zentralheizungen, die wie eine Öl- oder Erdgas Zentralheizung die Wärme über ein Wasserverteilsystem vom Heizungsraum in die Räume transportieren. Eine Pelletheizung kann im Heizungsraum als Ersatz für eine Ölheizung installiert werden, ohne dass Änderung an der Heizungsverteilung nötig sind. Die Anschaffungskosten liegen deutlich über denen für gängige Heizungssysteme. Langfristig soll sich eine Pelletheizung aufgrund niedriger laufender Kosten und geringer Emissionen rechnen. Aber ist das wirklich so?

Pelletheizung als Ersatz für eine Ölheizung - Darstellung von Holzpellets

Irrtum 1: Eine Pelletheizung ist günstiger als eine Heizung mit Öl oder Gas

Der Einbau einer Pelletheizung kostet inklusive Einbau des Lagers und der Fördertechnik. ca. 20.000 Euro. Darin ist auch eine oft notwendige Sanierung des Schornsteins und die Installation eines Pufferspeichers enthalten. Abzüglich einer Förderung durch das BAFA bleiben Kosten von ca. 16.000 Euro. Dies ist doppelt so teuer wie der Austausch einer vorhandenen Ölheizung durch einen modernen Öl- oder Gas-Brennwertkessel.
Ein oft zitiertes Argument ist, dass der laufende Betrieb günstiger ist. Holzpellets sind in den letzten 15 Jahren stetig teurer geworden. Der Abstand der Preise nach dem Heizwert hat sich seitdem zu Heizöl oder Erdgas verringert.

Pelletheizung als Ersatz für eine Ölheizung - Entwicklung der Energiepreise nach dem Heizwert

Eine Pelletheizung hat einen niedrigeren Nutzungsgrad als ein Brennwertkessel mit Öl oder Erdgas als Brennstoff. Während ein Gas-Brennwertkessel die Heizenergie im Gas fast vollständig ausnutzt, liegt der Nutzungsgrad eines Pelletkessels im Mittel nur bei 85%. Man muss daher mehr Brennstoff in Form von Pellets einsetzen, um die gleiche Nutzwärme zu erzeugen. Im Vergleich der Kosten zur erzeugten Wärme ist ein Gas-Brennwertkessel mittlerweile sogar günstiger. Die nachfolgende Grafik zeigt den Verlauf seit 2005.

Pelletheizung als Ersatz für eine Ölheizung - Entwicklung Energiepreise bezogen auf Nutzwärme

Der Bedarf an Holzpellets steigt in der EU deutlich an. Neben einer steigenden Zahl von Heizungen verfeuern auch immer Kraftwerke Holzpellets. Es ist zu erwarten, dass die Preise für Holzpellets in Zukunft weiter steigen. Die Brennstoffkosten sind damit vergleichbar zu Öl oder Erdgas. Die laufenden Kosten für Wartung, Schornsteinfeger oder Strom sind im Allgemeinen etwas höher. Da die Investitionskosten sehr hoch sind, ist eine Pelletheizung aktuell in Summe daher teurer als konventionelle Heizungen. Ein Argument für Pellets ist die künftige CO2-Besteuerung von fossilen Brennstoffen. Da Holzpellets wenig oder gar nicht von einer CO2-Besteuerung betroffen sind, werden diese im Vergleich zu Heizöl oder Erdgas günstiger.

Irrtum 2: Eine Pelletheizung ist immer ökologisch sinnvoll

Bisher werden Pellets zu fast 90% aus Abfällen der Holzindustrie erzeugt. Eine Umrüstung einer großen Zahl von Öl- und Gaskesseln auf Holzpellets wäre ökologisch aber nicht zu vertreten, da dann Holzabfälle und minderwertiges Holz nicht mehr zur Deckung des Bedarfs ausreichen. Es müssten dann vermehrt Pellets und Holz aus dem Ausland importiert werden. In diesem Fall ist es fraglich, ob in den Herkunftsländern eine nachhaltige Bewirtschaftung stattfindet.

Die Emissionen von Feinstaub und Stickoxiden sind deutlich höher als bei einer Heizung mit fossilen Brennstoffen. Nach einer Untersuchung der Universität Stuttgart ist die Emission von Feinstaub durch eine Pelletheizung um den Faktor 1000 höher als mit Öl oder Erdgas. Auch die Stickoxid Emissionen sind ca. dreimal (Öl) bzw. zehnmal höher (Erdgas). Um diese Emissionen in den Städten zu reduzieren, werden aktuell Dieselfahrverbote vorbereitet. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis sich auch die Vorschriften bezüglich der Emissionen von Pelletheizungen weiter verschärfen. Auch eine Pflicht zur Nachrüstung von Filtern ist dann nicht ausgeschlossen.

Irrtum 3: Eine Pelletheizung hat keine CO2-Emissionen

Die Verbrennung von Holzpellets sollte CO2-neutral sein. Eine nachhaltige Bewirtschaftung setzt voraus, dass die Bäume nachgepflanzt werden die man vorher abgeholzt hat. Trotzdem erzeugen die Prozesse in der Verarbeitung von Holzpellets CO2. Im Mittel entstehen dabei 110 kg CO2 pro Tonne Pellets. Dieser Wert beträgt aber nur ein Zehntel der CO2-Emission von Heizöl oder Erdgas.

Kostenbeispiel einer Pelletheizung im Einfamilienhaus

Ein 25 Jahre alter Öl-Niedertemperaturkessel benötigt in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus ca. 2.500 Liter Heizöl pro Jahr. Beim Umstieg auf Holzpellets muss man mit einem Verbrauch von 5,4 Tonnen Holzpellets pro Jahr rechnen. Ein Austausch der Heizungsanlage kostet nach Abzug einer Förderung ca. 16.000 Euro. Durch diese Maßnahme reduzieren sich die CO2-Emissionen um 90 Prozent von 7 Tonnen auf 0,6 Tonnen. Die Emission von Feinstaub und Stickoxiden steigt dagegen an. Die Brennstoffkosten verringern sich um 340 Euro im Jahr. Statt 1.750 Euro kostet der Brennstoff für die Heizung nur noch 1.375 Euro. Dafür erhöhen sich die sonstigen Wartungskosten, da der Schornsteinfeger statt einmal im Jahr zweimal jährlich die Schornsteinanlage überprüft und reinigt. Aufgrund der Komplexität ist auch die Wartung der Anlage durch einen Fachbetrieb teurer.

Kostenvergleich Ölheizung Pelletheizung

Durch das Klimaschutzpaket wird bis zum Jahr 2025 eine CO2-Steuer von mindestens 55 €/Tonne CO2 erhoben. Dies führt dazu, dass sich die Heizölkosten 2.200 Euro im Jahr verteuern. Aufgrund der geringeren spezifischen CO2-Emissionen steigen die Kosten für Erdgas nur auf 1.590 Euro. Die Pelletheizung würde unverändert bei 1.390 Euro Brennstoffkosten liegen. Auch mit einer CO2-Steuer von 55 Euro pro Tonne CO2 ist eine Gas-Brennwertheizung das günstigste Heizsystem im EInfamilienhaus. Erst bei einer Verdoppelung der CO2-Steuer wäre eine Pelletheizung wirtschaftlich im Vergleich zu einer modernen Erdgasheizung. Im Vergleich zu einer Ölheizung liegen die Brennstoffkosten mit CO2-Steuer um 800 Euro im Jahr niedriger. Falls kein Erdgasanschluss möglich ist und ein Austausch der Ölheizung ohnehin ansteht, lohnt sich durch das Klimaschutzpaket der Einbau einer Pelletheizung,

Berücksichtigt man nur die CO2-Emissionen, kostet die Maßnahme 2,5 Euro pro eingespartem kg CO2. Damit ist die Einsparung von CO2 mit einer Pelletheizung als Ersatz für eine Ölheizung etwas teurer als ein Gas-Brennwertkessel. Eine Übersicht zeigt im Vergleich dazu die Kosten verschiedener weiterer Maßnahmen.

Pelletheizung als Ersatz für eine Ölheizung – Fazit

  • Sehr hohe Investitionen
  • Die laufenden Betriebskosten sind aktuell vergleichbar zu Heizungen mit konventionellen Brennstoffen. Mit der bereits beschlossenen CO2-Steuer sind Pellets wirtschaftlicher als Heizöl aber teurer als Erdgas
  • Ein begrenzter Zuwachs von Pelletheizungen ist aus CO2-Sicht sinnvoll. Feinstaub und Stickoxide steigen dagegen an.
  • Die CO2-Emissionen reduzieren sich beim Austausch einer alten Ölheizung durch eine Pelletheizung um 90 Prozent. Voraussetzung ist aber, dass die Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden

Kostengünstiger wäre es derzeit, eine Ölheizung durch einen Gas-Brennwertkessel auszutauschen. Betrachtet man nur die Emissionen, sollte man auch über den Einbau einer Wärmepumpe nachdenken. Da sich die politischen Rahmenbedingungen momentan sehr schnell ändern, sollte man mit einem Austausch der Heizungsanlage aktuell noch warten. Durch die CO2-Besteuerung lohnt sich ein Austausch einer Ölheizung, falls kein Erdgasanschluss möglich ist. Außerdem könnten zusätzliche Förderungsmöglichkeiten z.B. durch steuerliche Vergünstigungen die hohen Investitionskosten reduzieren.