Viele elektronische Geräte vom intelligenten Fernseher angefangen bis zur Alexa verbrauchen heute Strom im Haushalt. Mit der Messung des Stromverbrauchs von Geräten kann man sich einen Überblick verschaffen und durch anschließende Maßnahmen nachhaltig Strom sparen. Erst in einem zweiten Schritt ist es sinnvoll, Strom selbst durch den Einbau einer kleinen Photovoltaikanlage zu erzeugen
Stromverbrauch im Vergleich mit anderen Haushalten
Anhand der Rechnung des Energieversorgers kann man den eigenen Jahresstromverbrauch sehen. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob dieser hoch oder niedrig ist, sollte man diesen Wert mit einem durchschnittlichen Haushalt in Deutschland vergleichen:
Liegt der eigene Wert deutlich unter dem Durchschnitt, wird es wahrscheinlich nur wenig Möglichkeiten geben, den Stromverbrauch weiter zu reduzieren. Ansonsten lohnt es sich darüber nachzudenken, welche Geräte Strom verbrauchen und wie der Wert gesenkt werden kann.
Stromverbrauch messen
Um ein Gefühl für den Stromverbrauch zu bekommen, ist es wichtig, den Verbrauch einzelner Geräte zu kennen. Am besten kaufen Sie sich dazu ein Strommessgerät. Es sollte kein No-Name Gerät aus China sein, da diese den Stromverbrauch oft nicht korrekt messen. Von Spezialisten wie z.B. Conrad oder ELV bekommen Sie günstige Geräte, die wesentlich genauer den Verbrauch erfassen. Ein Beispiel ist der Energy Master Basic von ELV:
Das Gerät ist sehr einfach zu bedienen und reicht für den geplanten EInsatz völlig aus. Alternativ gibt es für einen Aufpreis von 20 Euro den Energy Master Profi. Dieser kann zusätzlich bis zu 10 Verbraucher dauerhaft abspeichern und behält die Daten bis zu 30 Minuten nach dem Ausstecken im Speicher. Der Strommesser wird in die Steckdose gesteckt und das zu messende Gerät in die Steckdose des Strommessgeräts. Die Messdauer ist von dem zu messenden Gerät abhängig:
- Um StandBy-Verluste zu messen, reicht es aus, kurz den aktuellen Wert zu erfassen.
- Bei Geräten wie z.B. einem Kühlschrank sollte man eine Messung über mindestens einen Tag durchführen, da sich der Stromverbrauch deutlich ändert, wenn der Kompressor läuft.
- Bei einer Wasch- oder Spülmaschine sollte das Durchlaufen eines Programms gemessen werden. Mit einer Abschätzung, wie oft das Gerät pro Woche und dann im Jahr benutzt wird, kann der Jahresstromverbrauch hochgerechnet werden.

Wenn sie die aktuelle Leistung in Watt haben, können Sie den Stromverbrauch eines Jahres in kWh berechnen, indem Sie diesen Wert mit 8,76 multiplizieren. Dieser Wert leitet sich von den 8.760 Stunden eines Jahres ab. Das Energiemessgerät sollte aber auch die Funktion haben, die Kosten bzw. den Energieverbauch per Knopfdruck selbständig auf das Jahr hochzurechnen:

StandBy Verluste
Viele Geräte können heute nicht mehr mit dem Hauptschalter ganz ausgeschalten werden. Diese befinden sich nach dem Ausschalten im Standby Modus und verbrauchen weiter Energie. Beispiele dafür sind Fernseher, Computer aber auch Drucker oder Kaffeemaschinen. Immerhin gibt es seit 2013 eine EU Verordnung, nach der Neugeräte nur noch einen Standby-Verbrauch von maximal 1 Watt haben dürfen. Bei kleineren Geräten mit einer Leistung bis zu 51 Watt sind es sogar nur 0,3 Watt.
Da Standby-Verluste rund um die Uhr entstehen, führt jedes Watt an Leistung zu einem jährlichen Stromverbrauch von 8,76 kWh. Dies sind immerhin 2,60 Euro an Energiekoste bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh. Das entspricht dem berühmten Eis, das man für die Einführung des Erneuerbare Energie Gesetzes (EEG) nach Aussagen von Trittin bezahlen muss. In Wirklichkeit sind es mittlerweile über 100 Euro EEG-Umlage für eine Familie im Jahr.
Auch wenn ein Gerät ausgeschalten ist, verbraucht dieses oft Strom. Grund dafür sind die eingebauten Transformatoren zur Umwandlung der 220 Volt Spannung in Niederspannung, mit der viele Geräte arbeiten.. So verbrauchen auch Ladegeräte, an die kein Gerät angeschlossen ist, in den meisten Fällen Strom. Moderne USB Ladegeräte sind auf einen maximalen Wert von 0,3 W beschränkt. Ältere Ladegeräte können aber ein Vielfaches davon verbrauchen.
Als Tipp sollten Sie alle elektrischen Geräte vom Stromnetz entfernen, wenn diese nicht benötigt werden:
- Geräte wie z.B. Ladegeräte sollten aus der Steckdose bei Nichtgebrauch gezogen werden
- Selten benötigte Geräte an Mehrfachsteckdosen mit Ein/Aus Schalter anschließen. Wird das Gerät nicht benötig, kann es mit dem Schalter ausgeschalten werden. Am besten sollten gleiche Geräte an einer Mehrfachsteckdose gruppiert werden. Der Verstärker und CD-Spieler einer Hifi-Anlage sollten z.B. an der gleichen schaltbaren Mehrfachsteckdose hängen.
Alte Geräte austauschen
Im Normalfall lohnt es sich nicht, nur aufgrund des Stromverbrauchs ein funktionsfähiges Gerät zu ersetzen. Außerdem wird auch bei der Produktion eines neuen Geräts Energie verbraucht. Eine Ausnahme gibt es bei alten energieintensiven Geräten wie z.B. Waschmaschine, Spülmaschine oder Kühlschrank. Es lohnt sich dann, den Energieverbrauch zu messen und über das Jahr hochzurechnen.
Eine oft verwendete neue Kühl-Gefrierkombination mit 250 Litern Kühlen und 90 Litern Gefrieren verbraucht heute ca. 150 kWh Strom im Jahr mit dem Label A+++. Ein älteres ca. 10 Jahre altes Gerät mit dem Label A+ benötigt dagegen noch 320 kWh. Der Unterschied in Höhe von 170 kWh/a entspricht Stromkosten von ca. 50 Euro/Jahr. In 10 Jahren könnten durch einen Austausch 500 Euro eingespart werden, wofür man bereits ein günstiges A+++ Gerät bekommt. Bei älteren Geräten lohnt sich ein Ersatz noch mehr.
Vorgehen:
- Messen Sie mit dem Strommessgerät den Verbrauch ihres alten Geräts und rechnen diesen auf ein Jahr hoch. Bei einer Spülmaschine oder Waschmaschine multiplizieren Sie den Verbrauch eines Waschgangs mit der Anzahl von Benutzungen pro Jahr.
Schauen Sie im Internet nach, was ein neues Gerät der gleichen Baugröße an Strom pro Jahr benötigt. Eine kleine Beispielrechnung zeigt, wie viel Geld ein Austausch des alten Geräts nach 10 Jahren in der Stromrechnung einspart.
Überflüssige Geräte abschalten
Einige Geräte hängen noch am Stromnetz, obwohl diese gar nicht mehr benötigt werden. Ein Beispiel dafür ist eine Zirkulationspumpe für Warmwasser. Falls Sie eine eigene Heizung mit Warmwasserverteilung haben, sollten Sie nachsehen, ob eine Zirkulationspumpe installiert ist, die Warmwasser aus Komfortgründen in der Warmwasserverteilung pumpt. Sie können zum einen den Stromverbrauch der Pumpe einsparen, zum anderen die Wärmeverluste in den Leitungen reduzieren, wenn diese abgeschalten ist.
Oft hängen aber auch Stromverbraucher am Netz, die gar nicht mehr oder nur noch selten benötigt werden. Eine Spielkonsole, die nur einmal pro Woche benutzt wird, verbraucht im Schnitt zwischen 2 Watt (Nintendo WII), über 8,6 Watt (Sony PS4 ) bis zu 15,3 Watt (Microsoft XBox One) im Standby. Die XBox One verbraucht in der Standardkonfiguration im Standby damit im Jahr so viel Strom wie ein moderner Kühlschrank. Durch eine Konfiguration der XBox One im Stromsparmodus benötigt diese dagegen nur noch 1 Watt. Es wäre hier aber sinnvoll, die Spielkonsole an eine Steckdose mit Ein/Aus Schalter anzuschließen.
Energiebewusstes Verhalten
Im korrekten Umgang mit den Geräten kann man viel Strom sparen. Bei normaler Verschmutzung reicht es z.B. aus, eine Waschmaschine – ebenso wie die Spülmaschine – im Eco Modus zu betreiben. Kühlschränke sollten möglichst selten geöffnet werden, damit die Kälte im Gerät bleibt. Die Wärmehalteplatten von Kaffemaschinen sollten abgeschalten sein. Ohnehin sollte Kaffee sofort getrunken werden, da dieser nach einer gewissen Zeit bitter schmeckt.
Zusammenfassung
Als Fazit empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
- Messen des Stromverbrauchs einzelner Geräte
- Überprüfen, ob ein Austausch alter Geräte sinnvoll ist
- Überprüfen ob Geräte abgeschalten oder neu konfiguriert werden sollenr
- Standby Verluste reduzieren
Als weiteren Tipp sollten Sie überlegen, ob eine Haussteuerung in Frage kommt. Durch eine optimale Regelung kann man Energie für die Heizung einsparen. Es gibt auch weitere Ideen wie zum Beispiel eine temporäre Direktheizung im Bad, mit denen zwar der Stromverbrauch erhöht aber insgesamt der Energieverbrauch gesenkt werden kann..

