Mit einem Wechsel von Heizöl zu Erdgas kann CO2-eingespart werden: bei der Verbrennung von Erdgas entsteht ca. 25% weniger CO2 als bei der gleichen Energiemenge an Heizöl. Zusätzlich kann in das bestehende Erdgasnetz Biogas oder in Zukunft auch regenerativ erzeugter Wasserstoff beigemischt werden. Erdgas ist also ein umweltfreundlicher Brennstoff. Sobald CO2-Steuern eingeführt werden, hat Erdgas durch die geringeren Emissionen einen weiteren Vorteil gegenüber Heizöl.: die Besteuerung von Erdgas wird um ein Viertel niedriger liegen. Es lohnt sich, über einen Wechsel von Heizöl zu Erdgas nachzudenken.
Entwicklung der Energiepreise
Die Preisentwicklung war in der Vergangenheit Jahren an den Heizölpreis gekoppelt. Da hier Mittelwerte gebildet wurden, verlief die Preisentwicklung konstanter als bei Heizöl. Neben der Lieferung durch Erdgaspipelines wird zusätzlich immer mehr Flüssiggas (LNG) mit großen Tankern geliefert. Diese Konkurrenzsituation mit den Pipelinetreibern sorgt dafür, dass die Energieversorger bei hohen Preisen auf billigeres LNG ausgweichen können. Im Mittel lagen die Erdgaspreise seit 2005 um 5% unter den Preisen für Heizöl. Es ist zu erwarten, dass die Erdgaspreise langfristig noch tiefer unter den Heizölpreisen liegen werden. Nicht zuletzt, wenn noch eine CO2-Steuer eingeführt wird.

Kosten bei einem Wechsel von Heizöl zu Erdgas
Falls Sie auf Erdgas umsteigen wollen, benötigen Sie einen Anschluss an das Erdgasnetz. Je nach baulichen Gegebenheiten kostet dies zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Zusätzlich muss im Haus noch die Leitung bis zum Heizungsraum verlegt werden. Hinzu kommen die Kosten für eine Schornsteinsanierung durch den Umstieg auf einen Brennwertkessel in Höhe von ca. 1.000 Euro bis 2.000 Euro. Da durch die Brennwertnutzung Kondensat anfällt, muss noch ein Wasserablauf für das Kondensat installiert werden. Diese Kosten würden aber auch anfallen, wenn ein Austausch des Ölkessels durch ein Neugerät durchgeführt würde. In Summe liegen die Kosten damit mindestens bei 10 Tsd. Euro.
Vorteile einer Erdgasheizung
Neben der Umweltfreundlichkeit hat eine Erdgasheizung weitere Vorteile:
- Mehr Platz im Keller, da die Heizöltanks abgebaut werden können
- Bequemer, da die Bestellung von Heizöl entfällt
- Die Reinigung der Heizöltanks entfällt
- Durch einen Gaszähler können Sie jederzeit den Verbrauch überprüfen. Beim Heizöl müssen Sie sich auf Schätzwerte verlassen.
Mittlerweile sind Brennwertkessel der Stand der Technik. Ein Gas-Brennwertkessel kann einen theoretischen Nutzungsgrad von 111% bezogen auf den Heizwert erreichen. Der Nutzungsgrad kann über 100% liegen, da ein Brennwertkessel zusätzlich die Wärme nutzt, die bei der Kondensation der Abgase entsteht. In der Realität haben moderne Gas Brennwertkessel einen Normnutzungsgrad von ca. 101%.
Austausch Öl-Niedertemperaturkessel durch Gas-Brennwertkessel
Die Berechnungen im Internet gehen häufig von einer viel zu hohen Einsparung aus. Der Norm-Nutzungsgrad eines Niedertemperaturkessels aus den 90ern liegt etwas unter 90%. Für die Berechnung wird ein Wert von 88% angenommen.

Falls Sie aktuell im Jahr 2.500 Liter Heizöl für die Beheizung verbrauchen, spart ein Umstieg auf einen Gas-Brennwertkessel umgerechnet ca. 320 Liter Heizöl. Die Energiemenge in einem m³ Erdgas entspricht ungefähr einem Liter Öl. Damit würden Sie noch 2.180 m³ Erdgas für die Heizung benötigen. Zugleich ist Erdgas etwas günstiger als Heizöl. Durch einen Umstieg können Sie nach den aktuellen Energiepreisen im Jahr ca. 330 € an Energiekosten einsparen. An Investitionen müssen Sie mit 9.000 – 11.000 Euro rechnen. Abzüglich einer Förderung von 15% durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bleiben Investitionskosten von 7.600 Euro – 9.500 Euro.
An CO2 stößt die alte Ölheizung ca. 7 Tonnen CO2 im Jahr aus. Mit einem Gas Brennwertkessel erzeugen Sie dagegen nur 4,8 Tonnen CO2. Dies entspricht einer Reduzierung um ein Drittel.
Für die Umwelt lohnt sich bereits heute der Austausch eines Öl-Niedertemperaturkessels durch einen Gas-Brennwertkessel. Die Kosten sind trotz Förderung aber noch immer relativ hoch. Aktuell ist der Austausch daher nicht wirtschaftlich. Man sollte daher in jedem Fall neue Fördermöglichkeiten abwarten. Da die Preise für Heizöl in Zukunft voraussichtlich stärker als bei Erdgas ansteigen, könnte sich langfristig trotzdem der Umstieg lohnen.
Austausch Heizöl Konstanttemperaturkessel durch Gas-Brennwertkessel
Da ein Kessel mit konstanter Temperatur einen deutlich schlechteren Nutzungsgrad hat, hätten Sie in dem gleichen Haus einen Ölverbrauch von 3.100 Litern. Mit einem Gas-Brennwertkessel würden Sie nur noch 2.180 m³ verbrauchen. Bei einem Wechsel könnten Sie nach heutigen Energiepreisen 750 Euro im Jahr einsparen. Unter Berücksichtigung einer Förderung von 15% haben Sie nach etwas mehr als 10 Jahren die Investition durch die Einsparungen wieder drin. Die CO2-Emissionen können Sie durch den Umstieg um 45% senken.
Der Austausch eines Kessels mit konstanter Temperatur durch einen Gas-Brennwertkessel lohnt sich bereits heute. Durch den Umstieg kann sogar noch Geld gespart werden. Aktuell sollte man aber noch abwarten, welche zusätzlichen Fördermöglichkeiten mit dem neuen Klimapakt angeboten werden. Falls ein Erdgasanschluss möglich ist, lohnt sich auf jeden Fall ein Wechsel zu Erdgas. Dieses ist zukunftssicherer und langfristig günstiger als Heizöl.
Da ein Heizkessel lälter als 20 Jahre alt wird, sind Amortisationszeiten unter 20 Jahren bei den aktuellen Zinsen in Privathaushalten rentabel. Vor allem da die Energiepreise weiter steigen werden.
Fazit
Ein Wechsel von Heizöl zu Erdgas lohnt sich langfristig.
Die Kosten können gesenkt werden:
- Es treten keine Preisspitzen wie beim Heizöl auf
- Langfristig wird Erdgas günstiger als Heizöl
- Niedrigere CO2-Steuern
- Ein etwas geringerer Verbrauch durch die Brennwerttechnik
Zudem entlasten Sie die Umwelt, da deutlich weniger CO2 als durch die Verbrennung von Heizöl entsteht. Allein die Politik könnte Ihnen noch einen Strich durch die Rechnung machen, indem z.B. ab 2030 Erdgas zur Heizung ebenfalls verboten wird.
Voraussetzung für einen Wechsel von Heizöl zu Erdgas ist natürlich, dass ein Gasanschluss verfügbar ist. Gerade in ländlichen Regionen ist dies noch immer nicht selbstverständlich.
In einem Vergleich zu anderen Maßnahmen gibt es Vorteile eines Wechsels von Heizöl zu Erdgas.

